Biographie:

Fabian Laudas bisherige Sportler-Karriere ist gleichermaßen ungewöhnlich wie faszinierend: Anders als die meisten Motorsport-Rookies verzichtete er auf den traditionellen Werdegang im Kartsport, sondern konzentriere sich lieber aufs „virtuelle Gasgeben“. Am Simulator fuhr er viele Jahre lang gegen die besten Gamer der Welt und zählt noch heute – als ehemaliger Weltmeister der X1-Serie – zu den schnellsten Online-Rennfahrer der Welt.

Vom Maturanten zum „virtuellen Weltmeister“
Dennoch ist Fabian keiner, der nur hinterm Bildschirm sitzt und sich die Finger nicht schmutzig machen will – im Gegenteil: Seit seiner Matura 2012 an der HLW Ried am Wolfgangsee ist der gebürtige Hofer, der heute am Ufer des Fuschlsees wohnt, ausgebildeter Koch und Kellner und weiß deshalb ganz genau, was Arbeit bedeutet. Seine erste Sportler-Karriere als Wakeboarder fand 2009 nach einem schweren Bootsunfall auf Korsika ein jähes Ende. Damals entging Fabian nur knapp einer Querschnittslähmung – der Hauptgrund, warum er heute als offizieller Unterstützer der Stiftung „Wings for Life“ auftritt. „Meine Eltern haben einfach darauf bestanden, dass ich zuerst meine Schulausbildung beende, bevor ich mit dem echten Motorsport beginne“, erzählt Fabian. „Gleich nach der Maturareise habe ich dann das erste Mal mit Walter Lechner jun. gesprochen und mit ihm ein Trainingsprogramm begonnen.“

Vollgas mit Lechner Racing
Sechs Monate lang testete Fabian Lauda im Rahmen der Lechner Racing School auf diversen Rennstrecken in Europa und sammelte dabei Praxiserfahrung u. a. im Challenge Mini Cooper S sowie in reinrassigen Rennboliden der Formel Ford und Formel Renault. „Außerhalb der Strecke bin ich eher ruhig und zurückhaltend, doch im Rennauto werde ich zum echten Fighter, den man eher bremsen muss“, charakterisiert sich Fabian, der Sebastian Vettel und Hannes Arch als Vorbilder hat, selbst. Die Lernkurve des damals 19-Jährigen entwickelte sich dermaßen rasant, dass ihm Walter Lechner jun. für 2013 ein Renncockpit im knapp 400 PS starken Lotus Evora GT4 von Lechner Racing in der „Race Trophy Austria“ anbot – der schnellsten heimischen Meisterschaft für moderne Tourenwagen- und GT-Fahrzeuge.

Zweifacher Staatsmeister in der Premierensaison
Bereits in seiner ersten kompletten Motorsport-Saison zeigte der Motorsport-Senkrechtstarter, welch enormes Potenzial in ihm steckt: In der mit unterschiedlichen Tourenwagen- und GT-Boliden besetzten Race Trophy Austria etablierte er sich auf Anhieb und feierte bereits beim zweiten Rennen seinen ersten Sieg. Bei seinem Heimrennen am Salzburgring kürte er sich bereits im Juli vorzeitig zum österreichischen GT4-Staatsmeister 2013. Damit nicht genug, setzte er sich im September zusätzlich die Krone als österreichischer Langstrecken-Meister 2013 auf. Nach erfolgreichen Gaststarts u. a. in der Spezial Tourenwagen-Trophy (STT), der DMV Tourenwagen-Challenge am Nürburgring sowie der GT4-EM in Zandvoort war das Ziel für 2014 klar: Der Aufstieg in die Europameisterschaft und damit die Herausforderung, sich auf internationaler Ebene zu beweisen.

Challenge GT4-EM: Auf nach Europa!
Mit einem Feld von mindestens 20 gleichwertigen GT4-Fahrzeugen der Marken Aston Martin, BMW, Porsche, Chevrolet, Ginetta und Corvette sowie spannenden Ein-Stunden-Rennen auf den traditionsreichsten und schwierigsten Rennstrecken Europas bot die GT4-Europameisterschaft das beste Paket für den wichtigen Schritt auf die internationale Motorsport-Bühne. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Einstieg in den professionellen Motorsport feierte der gerade erst 21 Jahre alt gewordene Salzburger beim EM-Saisonauftakt in Misano erfolgreich Premiere – und stand als Dritter in beiden Rennen auf Anhieb auf dem Siegerpodest. Eine Leistung, die Lauda beim zweiten Rennwochenende in Zandvoort sogar noch toppte: In der AM-Wertung landete er zweimal auf Rang zwei.

Vorzeitiges Saisonende und Start der Planung für 2015
Beim dritten Rennwochenende in Spa-Francorchamps kämpfte Fabian als Trainingsschnellster und Pole-Setter um den ersten Klassensieg im Rahmen der GT4-Europameisterschaft – bis er ausgerechnet im schnellsten Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke brutal abgeschossen wurde. Mit schweren Prellungen und einer Gehirnerschütterung kam der Lechner Racing-Pilot noch glimpflich davon – sein Lotus Evora GT4 war jedoch ein Totalschaden. „Es wäre zwar möglich gewesen, das Fahrzeug rechtzeitig zu den verbleibenden Rennen wieder aufzubauen – doch aus meiner Sicht standen Kosten und Nutzen für 2014 in keinem sinnvollen Verhältnis. Stattdessen werde ich die Zeit nützen, um den nächsten großen Schritt meiner Rennkarriere zu planen und mir zudem ein zweites Standbein aufzubauen.“ Bei fünf Podestplätzen bei insgesamt sechs Rennstarts fällt Fabian Laudas Bilanz in der GT4-Europameisterschaft dennoch extrem positiv aus.